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20 Experten zum ROI von Gastbeiträgen
Was denken absolute Experten über Gastbeiträge?
Luca Tagliaferro interviewt 20 Experten, um herauszufinden, wie wertvoll die Gastbeitragsstrategie für sie ist. Dabei kommen ein paar sehr interessante Antworten heraus. Ist das Veröffentlichen von Gastbeiträgen wirklich eine gute Linkaufbau-Strategie?
I have interviewed 20 experts on the ROI of guest posting: here’s what I learnt
Transkript dieser Folge
Automatisch erstellt und leicht bearbeitet. Anmerkungen in Klammern sind Ergänzungen vom 24. Oktober 2026.
Worum es in der Umfrage geht
Die Gastbeitragsstrategie ist ein Thema, das mir ganz doll am Herzen liegt. Im Linkaufbau-Online-Kurs gibt es zum Beispiel ein ganzes Kapitel, das sich um dieses Thema dreht.
Was bringt die Gastbeitragsstrategie eigentlich? Lässt sie sich überhaupt zum Linkaufbau verwenden? Ist sie dafür ursprünglich gedacht gewesen? Diese und viele weitere Fragen stellt Luca Tagliaferro in seinem Gruppeninterview „Der Return on Investment der Gastbeitragsstrategie“ mit 20 Experten auf lucatagliaferro.com, erschienen am 26. November 2019. Ich habe eine Meinung dazu. Also legen wir direkt mal los.
Was sich die Experten wünschen
Der Haupttreiber für die Gastbeitragsstrategie scheint zu sein, dass viele Leute gerne mehr Traffic auf der eigenen Website hätten, und zwar 61 % der Teilnehmer. Genau die Hälfte nutzt die Strategie, um Links aufzubauen. 39 % möchten die eigene Reputation oder die Brand verbessern. Genauso viele wünschen sich mehr Kunden, nutzen es also als Akquise-Tool, oder wollen einfach nur ihr Wissen mit anderen teilen.
Ein Drittel der Teilnehmer schreibt Gastbeiträge, um als Speaker auf eine Konferenz eingeladen zu werden. 17 % hoffen auf ein neues Jobangebot. Und genau niemand möchte von einem Verlag angeboten bekommen, ein Buch zu schreiben.
Traffic: Die Realität sieht anders aus
Obwohl sich die meisten Experten über ihre Gastbeiträge neue Besucher wünschen, sieht die Realität etwas anders aus. Luca hat selbst über 30 Gastbeiträge in allen großen Marketingportalen geschrieben, unter anderem bei SEMrush, Search Engine Land und Marketing Land. (Anmerkung: Marketing Land wird nicht mehr als eigenes Portal geführt; die Adresse marketingland.com leitet heute auf MarTech (martech.org) weiter.) (Anmerkung: Semrush gehört seit dem 28. April 2026 zu Adobe und tritt als „Semrush, An Adobe Company“ auf.)
Aus eigener Erfahrung berichtet er von einem Beitrag über FAQ-Schema auf Search Engine Land. Laut Search Engine Land hatte der Beitrag ungefähr 6.000 Leser. Davon sind ganze 49, also rund 0,8 %, auf seine Website gekommen. Die Durchklickrate ist erbärmlich. Im Vergleich dazu führte ein einfaches Posting auf LinkedIn immerhin zu 79 Besuchern. Wem es wirklich um den Traffic geht, der sollte vielleicht lieber auf LinkedIn posten, statt sehr aufwendige Gastbeiträge zu schreiben.
Um fair zu sein, habe ich mir den Beitrag angeguckt: „Lessons I learned from adding FAQ-Schema, a test of 1000 Keywords“. Er ist gerade mal 750 Wörter stark, und der Link zu Luca ist ganz unten in der Autorenbox eingearbeitet. Vielleicht kein Wunder, dass die Durchklickrate so miserabel ist. Aber ich will jetzt noch nicht im Detail darauf eingehen, was Luca besser machen könnte, denn das ergibt sich zum Teil auch aus den Antworten der anderen Teilnehmer.
Ziele erreicht? Das tatsächliche Ergebnis
Die erste Frage war: Hast du deine Ziele mit der Gastbeitragsstrategie erreicht? 65 % der Teilnehmer antworten mit Ja, 24 % mit Nein. Jeweils 6 % sagen „It’s complicated“ oder „Ja, aber nicht immer“.
Und was war der tatsächliche Outcome? 88 % sagen, dass sie vor allem ihre Reputation beziehungsweise ihre Brand gestärkt haben. 71 % konnten immerhin ihren Traffic steigern. Es geht also doch. 65 % haben mehr Kunden bekommen, und 47 % haben Links aufgebaut. Das deckt sich fast mit dem ursprünglichen Wunsch, Links aufzubauen, der bei 50 % lag. 18 % haben eine Einladung zum Sprechen auf einer Konferenz bekommen, 12 % ein Jobangebot, und 12 % konnten ihren Wunsch verwirklichen, ihr Wissen zu teilen. Auch jetzt hat niemand ein Angebot bekommen, ein Buch zu schreiben.
Die größte Schere gibt es beim Aspekt Reputation und Brandbuilding. Hier wollten eigentlich nur 39 % etwas erreichen, tatsächlich konnten aber die allermeisten ihre Reputation und ihre Brand verbessern.
Luca gibt im weiteren Verlauf viele Zitate seiner Experten. Der eine hat Leads bekommen, andere konnten Kunden gewinnen. Links wurden aufgebaut, und angeblich haben sich auch Traffic oder Rankings verbessert, obwohl man das natürlich nie genau sagen kann. Wenn du genau sehen willst, wer was gesagt hat, schau dir den Artikel auf jeden Fall selbst an. Es lohnt sich.
Eine wichtige Erkenntnis von den Leuten, die tatsächlich mehr Traffic und Klicks von ihren Gastbeiträgen bekommen haben: Sie bauen die Links weiter oben in den Text ein. Also nicht nur ganz unten in der Autorenbox, sondern ganz am Anfang.
Hier ist zum Beispiel Julia. Sie hat mehr Bücher auf der eigenen Website verkauft und wurde zu mehreren gut bezahlten Speaking-Gigs eingeladen. Dafür macht sie das Schreiben von Gastbeiträgen verantwortlich. Ohne dass sie diese Zielgruppen erreicht hätte, wären diese Dinge nicht zustande gekommen.
Erstaunlich: Nur einer dieser 20 Experten hat das Publizieren von Gastbeiträgen tatsächlich als Linkbuilding-Strategie eingesetzt.
Wie wertvoll und wie schwierig ist die Strategie?
Wie wertvoll ist die Gastbeitragsstrategie für diese Experten, auf einer Skala von 1 bis 5? Eine 5, also das Beste, vergeben 53 %. 41 % liegen einen darunter, also bei 4 von 5 Punkten. 94 % halten die Strategie also für wertvoll bis sehr wertvoll. Allerdings nicht nur, um Links aufzubauen. Das ist mittlerweile sehr klar.
Hier ein paar Teilzitate, die ich direkt übersetze. Es geht um Reichweite, um Glaubwürdigkeit und um Autorität. Diesen kleinen Satz wollen wir uns merken, dazu sage ich gleich noch mehr. Einigen wenigen geht es darum, Informationen zu teilen, sich zu profilieren, die eigene Sichtbarkeit zu stärken, sich selbst bekannter zu machen oder die eigenen Leistungen in den Vordergrund zu stellen. Wobei: Die Leistungen direkt in den Gastbeiträgen in den Vordergrund zu stellen, ist ein großes No-Go. Gemeint ist, dass mit der Bekanntheit auch die Bekanntheit der eigenen Leistungen steigt.
Und hier ist ein cooler Satz: Weitere Vorteile, auch wenn sie sekundär sind, sind Opportunities für Speaker, ein klitzekleines bisschen Traffic, vielleicht ein Link und „indirectly someday perhaps more clients“, also indirekt irgendwann vielleicht mehr Kunden. Auch dazu sage ich noch etwas.
Wie schwierig ist die Gastbeitragsstrategie? Die Kurve hat ihren Peak in der Mitte: 33,3 % halten sie für mittelschwer, 16 % für schwer und 5,6 % für sehr schwer. Ich würde sagen, die Gastbeitragsstrategie ist so schwer, wie man sie sich macht. Wer meint, er könne sich mit billigen, einfachen 400-Wörter-Texten eine Reputation aufbauen, hat vielleicht unrealistische Vorstellungen.
Lucas neun Punkte und meine Erfahrung
Hier noch einmal eine Zusammenfassung von Luca in neun Punkten. Erstens: Es gibt fast immer überraschende Resultate, „surprising outcomes“. Das macht das Gastbeitragschreiben für mich so spannend. Es ist ja nicht so, dass ich zehn Gastbeiträge schreibe, dadurch zehn Links bekomme und alle meine Rankings auf Platz 1 steigen oder ich jeden Tag 1.000 zusätzliche Besucher habe. Das kann passieren, ist aber eher unwahrscheinlich.
Was wahrscheinlich passiert, ist eine ganze Reihe kleinerer Dinge. Andere Portale oder ein Magazin fragen, ob man bei ihnen einen Gastbeitrag schreiben möchte. Ein potenzieller Kunde wird durch einen Beitrag auf einem anderen Portal auf mich aufmerksam. Das resultiert vielleicht in einem Projekt für 1.000 Euro monatlich. Der Kunde ist super zufrieden, empfiehlt mich weiter, und das resultiert in einem Projekt für 10.000 Euro monatlich, vielleicht mit 12 oder 24 Monaten Abstand dazwischen. Und das alles wäre nicht passiert, hätte ich nicht den ersten Gastbeitrag geschrieben.
So war es bei mir schon mehrfach. Durch eine Empfehlung habe ich damals, ungefähr 2007 oder 2008, einen Kunden gewonnen. Für ihn habe ich unter anderem einen internen Workshop durchgeführt. Eine Teilnehmerin hat damals bei diesem Kunden angefangen. Zehn Jahre später arbeitet sie bei einem anderen Großkonzern, braucht wieder Leistungen, die ich anbiete, und holt bei mir ein Angebot ein. Daraus wurde ein schöner, großer Auftrag. Das wäre niemals passiert, hätte ich nicht 2006, 2007 und 2008 damit angefangen, regelmäßig Gastbeiträge zu veröffentlichen.
Punkt 2: Die Gastbeitragsstrategie hat keinen kurzfristigen Return. Das kann ich bestätigen. Wenn man es aber lange genug macht, also nicht nur ein, zwei Jahre, sondern fünf oder zehn, passiert es durchaus, dass man einen Gastbeitrag schreibt und sich kurz darauf jemand meldet, der mit einem zusammenarbeiten möchte. Das ist aber sicher nicht die Regel.
Netzwerk aufbauen statt Traffic jagen
Drittens: Man solle besser nicht mit der Gastbeitragsstrategie anfangen, wenn es darum geht, Traffic zu generieren. Für mich geht es weniger darum, Traffic für die eigene Website zu gewinnen. Vielmehr geht es darum, ein Netzwerk von Inhalten aufzubauen, das in meiner Branche so weit wie möglich im Internet verbreitet ist. Ich brauche ja auch Traffic für meine anderen Gastbeiträge auf anderen Portalen.
Im Prinzip geht es darum, so oft mit dem eigenen Namen bei einem Thema vertreten zu sein, dass ein Besucher den ersten Beitrag entdeckt, ihn liest, für gut befindet, einem Link aus dem Beitrag folgt und sieht: Dieser Autor hat auch in diesem Portal etwas geschrieben und in dem anderen. Und hier ist die eigene Website. Das Gefühl, das ich bei dieser Person auslösen will, ist: Dieser Autor ist zu diesem Thema ja wirklich überall vertreten.
Es geht noch weiter. Es beginnt mit den Gastbeiträgen, es folgen Interviews auf Websites, in Podcasts, auf YouTube, im Radio, im Fernsehen, überall. Das Endstadium der Gastbeitragsstrategie ist es, von der größtmöglichen Publikation eine Kolumne angeboten zu bekommen. Wenn das Thema passt, willst du irgendwann Kolumnist beim Spiegel, beim Stern und so weiter sein. Die Macht, die sich daraus ergibt, bringt automatisch mit, dass ich im Prinzip beliebig viele Links aufbauen kann. Davon profitieren mein E-A-T, mein SEO, mein Traffic auf der Website und meine Reichweite in den sozialen Medien. Und es beginnt alles mit einem einfachen Gastbeitrag.
Viertens: Die Gastbeitragsstrategie ist als Strategie für die Lead-Gewinnung sehr zu empfehlen.
Fünftens: Wer immer besser darin werden will, Gastbeiträge zu verbreiten, sollte sich darauf konzentrieren, vor allem Beziehungen aufzubauen. Klar, vor allem mit Editoren und Redakteuren in den Redaktionen.
Personal Branding, Unternehmen und E-A-T
Sechstens: Gastposting ist vor allem eine gute Strategie für das persönliche Branding. Das liegt auf der Hand. Wenn man sich als Berater oder Consultant bekannter machen möchte, sich selbst und die eigenen Leistungen oder Produkte, ist das Schreiben von Gastbeiträgen dafür sehr zu empfehlen.
Allerdings könnten auch größere Unternehmen diese Strategie einsetzen. Das ist nicht immer einfach umzusetzen, aber durchaus möglich. Die Herausforderung ist, passende Mitarbeiter zu finden, die man davon überzeugen kann, für das Unternehmen zu kommunizieren. Gastbeiträge sind natürlich für die Ewigkeit, aber man kann vorab mit den Redaktionen verhandeln: Wenn ich einen Gastbeitrag im Namen meiner Firma für euch schreibe und in fünf oder zehn Jahren nicht mehr für diese Firma arbeite, kann ich dann die Autorenbox verändern oder den Gastbeitrag entfernen lassen? Das ist ein Risiko für den Arbeitgeber, der den Link verlieren kann, aber auch für den Angestellten, der im Namen des Unternehmens veröffentlicht. Zum Beispiel, wenn er nach fünf Jahren ohne einvernehmliche Einigung aus der Firma ausscheidet. Solche Szenarien müssen berücksichtigt werden. In der Praxis ist das aber machbar und kann von entscheidender Bedeutung sein, etwa für die heutige E-A-T-Optimierung.
Und hier möchte ich einhahaken: Das Thema E-A-T ist in der Umfrage sehr kurz gekommen. E-A-T spielt mittlerweile eine entscheidende Rolle, und vor allem Autorität aufzubauen, das A in E-A-T, ist wirklich schwierig. Es braucht die Anerkennung von außen, die Bestätigung, dass ich tatsächlich Experte auf meinem Gebiet bin. Wenn andere Redaktionen mich zu meinem Kernthema schreiben lassen, zu dem Thema, für das ich Experte sein will, dann ist das genau die Bestätigung von außen, die ich so bitter nötig brauche.
Wenn ich ein Unternehmen mit vielen Mitarbeitern und einer größeren Redaktion bin, möchte ich natürlich auch meine Redakteure draußen schreiben lassen, um zu bestätigen, dass sie sich auf ihrem Themengebiet gut auskennen. Die Gastbeitragsstrategie ist hier das Mittel der Wahl. Vor allem dann, wenn andere Websites und andere Autoritäten noch nicht regelmäßig freiwillig auf mich verlinken, ist es sinnvoll, aus Eigeninitiative dort zu veröffentlichen. Das ist doch perfekt.
Mein Fazit: Links sind Abfallprodukte
Siebtens: Nur einer der 20 Autoren hat das Gastbeitragsschreiben als Linkbuilding-Strategie verwendet.
Achtens: 33 % der Experten fanden das Schreiben von Gastbeiträgen nicht so einfach. Ich würde sagen, du bekommst aus der Gastbeitragsstrategie das raus, was du reinsteckst.
Und neuntens: Alle 20 Experten sind mit dem Ergebnis der Strategie sehr zufrieden.
Mir hat dieser Beitrag außerordentlich gut gefallen. Er macht sehr klar, worum es beim Gastbeitragsschreiben tatsächlich geht. Es kann nie vordergründig nur um die Links gehen. Es muss um das Herausarbeiten eines Expertenstatus gehen. Die Links aus der Gastbeitragsstrategie sind, und das sage ich schon seit mindestens zehn Jahren, Abfallprodukte. Sehr wertvolle Abfallprodukte. Aber die Links stehen nicht im Vordergrund.
Es lohnt sich wirklich. In dem Sinne: viel Erfolg mit deinen eigenen ersten Gastbeiträgen.