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Technischer Linkaufbau und das Flop-Risiko
Wenn eine Linkaufbau-Kampagne floppt, ist das ärgerlich, aber nicht weiter gefährlich. Was ist jedoch gefährlich?
Ross Tavendale listet ein paar interessante Linkaufbau-Strategien auf:
Weekly Wisdom with Ross Tavendale: Technical Link Building
Vor allem die Kategorisierung der Strategien war mir so noch nicht bekannt.
Transkript dieser Folge
Automatisch erstellt und leicht bearbeitet. Anmerkungen in Klammern sind Ergänzungen vom 24. Oktober 2026.
Technischer Linkaufbau: Drei Kategorien
Ross Tavendale hat ein wunderschönes, kurzes, 15-minütiges Webinar für uns, in dem es darum geht, worauf es beim technischen Linkbuilding ankommt und was das überhaupt ist.
Ross teilt die Linkaufbaustrategien in drei Buckets ein. Im ersten Bucket, der ersten Kategorie, befinden sich die Hygiene-Links. Das sind alle Links, die ohnehin schon für die Brand entstanden sind oder entstehen sollten, eben auf natürliche Art und Weise.
Dann gibt es die Defensivkategorie. Hier fallen Strategien rein, die verhindern sollen, dass die Konkurrenz zu weit davonzieht. Das sind Linkaufbaustrategien, die sich aus dem Linkprofil der Konkurrenz ableiten.
Der dritte Bucket nennt sich Growth, also Wachstumsstrategien. Hierbei geht es um Linkaufbaustrategien, die die Konkurrenz vielleicht noch nicht umsetzt. Es geht also um Strategien, die einen nach vorne bringen.
Hygiene: Brand Reclamation und Repositioning
Ross fängt mit dem ersten Bucket an, Hygiene. Hierunter fällt zum Beispiel die Brand Reclamation, also das Umwandeln von Markennennungen in Links. Es geht darum, Markennennungen zu finden. Darunter fallen unter Umständen auch Erwähnungen von Namen im Unternehmen, beispielsweise des CEOs oder des Geschäftsführers. Dann schreibst du die Websites, Journalisten und so weiter an und bittest sie, ihre eigenen Quellen richtig zu zitieren, zum Beispiel in Form eines Links. Laut Ross funktioniert das, wenn man es geschickt macht, in ungefähr 30 bis 40 Prozent der Fälle.
Ross zeigt uns dann, wie das Ganze in SEMrush funktioniert. Im Link-Modul lassen sich eine Reihe von Keywords hinterlegen. Das Tool untersucht dann entsprechende Seiten im Index und findet heraus, ob es tatsächlich irgendwo eine Nennung ohne Link gibt. (Anmerkung: Semrush gehört seit April 2026 zu Adobe; die Übernahme wurde laut Semrush-Newsroom am 28. April 2026 abgeschlossen.)
Die nächste Strategie in diesem Bucket bezeichnet er als Repositioning. Sie ist interessant, falls viele Links zum Beispiel auf die Startseite bestehen. Dann schaust du dir diese Links an und überprüfst, worüber die Seiten berichten. Es könnte sein, dass ein Link auf eine bestimmte Unterseite viel angebrachter wäre.
Wenn wir beispielsweise blaue Dinge, Blue Widgets, verkaufen und ein Website-Betreiber sagt „Blaue Dinge kriegt ihr hier“, der Link aber nur auf die Startseite geht, dann kannst du dich bei ihm melden. Du bedankst dich erst einmal dafür, dass überhaupt ein Link gesetzt wurde, und erklärst dann, dass es besser wäre, die Besucher direkt auf die passende Landingpage zu führen. Schlaue Sache.
Defensiv: Link Intersect, Broken Links und mehr
Als Nächstes geht es um das defensive Linkbuilding. Zuerst die Link-Intersect-Strategie. Wenn beispielsweise fünf Mitbewerber einen Link von einer bestimmten Website haben, ich aber noch nicht, dann sollte ich auch versuchen, einen Link von dieser Website zu bekommen. Link Intersect bedeutet also: Links, die alle haben, nur ich noch nicht. Selbstverständlich hat SEMrush hier auch ein entsprechendes Tool in der Box. Es gibt aber auch viele andere Anbieter, die diese Funktionalität ebenfalls haben.
Als Nächstes folgt das Broken-Link-Building, also Links aufbauen für kaputte oder veraltete Inhalte. Ross warnt von vornherein: Das ist wahrscheinlich die aufwändigste Strategie, die du jemals ausprobieren wirst. Seine Vorgehensweise: Er schaut sich die Linkprofile der Konkurrenz an und überprüft, welche Links auf Seiten der Konkurrenz gehen, die einen 404-Fehler zurückgeben. Ross gibt auch ein Beispiel, wie gut diese Strategie funktioniert. Für ungefähr 16 Stunden, also zwei Tage Arbeit, haben sie für einen Kunden im Schnitt zwölf Links aufgebaut.
Die nächste Strategie ist die Marty-McFly-Technik, benannt nach dem Hauptdarsteller in „Zurück in die Zukunft“. Diesen Namen hat er sich selbst ausgedacht. Es geht darum, veraltete, in die Jahre gekommene Inhalte zu finden und die Leute, die auf diese veralteten Inhalte verlinkt haben, noch einmal anzupitchen: „Hey, wir haben die Daten aktualisiert. Wenn ihr mögt, könnt ihr jetzt auf die aktuellen Inhalte verlinken.“
Angenommen, du findest einen Artikel mit Daten von vor fünf Jahren. Dann könntest du diese Daten neu zusammentragen, einen Beitrag mit frischen Daten erstellen und veröffentlichen. Anschließend gehst du all die Leute an, die damals schon darauf verlinkt haben. Ross sagt, die Wahrscheinlichkeit, dass diese Leute ihren Link aktualisieren oder zum neuen Beitrag verlinken, sei sehr groß.
Die nächste Strategie in diesem Bucket ist das Ressourcen-Linkbuilding, also Links von Linkseiten. Man gibt in Google „inurl:resources“ oder „inurl:links“ ein, gefolgt von einem oder mehreren Begriffen, bei mehreren idealerweise in Anführungszeichen. Ross sagt, man solle hier nicht zu allgemein formulieren. Seine Suche nach „inurl:resources“ und „how to travel Dubai“ liefert genau ein Ergebnis. Wer aber nur „inurl:resources“ und „Dubai“ eingibt, findet direkt tausende Seiten.
Growth: Gastbeiträge, Assets und Universitäten
Der nächste Bucket: Wachstumsstrategien im Linkaufbau. Ross rät direkt davon ab, klassische Strategien bei der Recherche zu verwenden, beispielsweise „inurl:write4us“ plus Thema. So findest du hunderte, wenn nicht tausende Blogs, die Gastbeiträge ermöglichen. Laut Ross ist diese Strategie heutzutage völlig sinnlos. Nicht nur das, sie ist wahrscheinlich auch gefährlich. Im besten Fall werden diese Links devaluiert.
Ross empfiehlt eher, passende Websites zu finden, die sich einen Namen gemacht haben und selbst ein sehr hochwertiges Blog betreiben. Er bringt das Beispiel awaytravel.com, ein Unternehmen, das sehr erfolgreich Koffer verkauft. Es ist außerdem auf Social Media sehr stark vertreten und hat einen erfolgreichen Blog. Sein Tipp ist, den Social-Media-Manager oder die Blogautoren zum Beispiel auf LinkedIn ausfindig zu machen und mit ihnen in Kontakt zu treten. Es geht darum, einen wirklich hochwertigen Artikel zu pitchen, zusammen mit Bildmaterial und allem, was dazugehört. So erhältst du nicht nur Social-Media-Traffic, sondern auch einen sehr hochwertigen Link.
Die nächste Growth-Strategie ist Asset Creation. Ross macht das gerne mit Bildern. Falls dein Unternehmen sehr viele Bilder erstellt, zum Beispiel weil du in der Modebranche arbeitest, oder du einfach viel Know-how bei der Erstellung von Bildern hast, dann könntest du Assets produzieren, die sehr attraktiv sind und die viele Menschen nutzen können.
Ross zeigt als Beispiel ein sehr geläufiges Bild: zwei Hände, die sich schütteln. So ein Bild findest du auf jeder Stockfoto-Website tausendfach. Wenn du so ein Bild erstellst und zur freien Verfügung online stellst, kannst du es über die Bildersuche bei Google wiederfinden. Ross macht es anhand des Beispiels und findet tatsächlich 25 Millionen Vorkommnisse. Wenn dein Bild von 25 Millionen anderen Leuten verwendet wird, hast du natürlich die Qual der Wahl. Ein paar hundert würden ja auch schon reichen. Denn jetzt kannst du überprüfen, wer von diesen Leuten dein Bild verwendet und ob die Website zurück auf den Urheber verlinkt. Falls nicht, kannst du freundlich nachhaken.
Die letzte Strategie, die Ross vorstellt, sind University Deals. Es geht darum, zum Sponsor einer Universität oder Fachhochschule zu werden. Angenommen, du betreibst einen Online-Shop, dann könntest du den Studenten einen Rabatt einräumen. Im Gegenzug verlinkt die Universität auf dich.
Flop-Risiko und algorithmisches Risiko
Zum Schluss beschreibt Ross ein Konzept namens Flop Risk. Im Linkaufbau kann es sein, dass eine Idee, die wir einem Publikum vorstellen oder Journalisten pitchen wollen, ein hohes Flop-Risiko hat. Das heißt: Wir schreiben 100 Leute an und keiner verlinkt. Dann ist die Idee gefloppt. Allerdings gibt es für uns dabei kein Risiko, außer dass wir keine Links aufgebaut haben.
Im Gegensatz dazu gibt es das algorithmische Risiko. Wenn wir einen Blogger anschreiben und ihm einfach nur Geld dafür anbieten, dass wir einen Link bekommen, verstößt das gegen die Google-Richtlinien, und wir laufen Gefahr, dafür abgestraft zu werden. Ross empfiehlt, davon die Finger zu lassen und allgemein zu überlegen, welches algorithmische Risiko die Linkaufbaustrategien haben, die ich ausführen möchte. Ross spricht sich dafür aus, dass sich eine Agentur das gar nicht mehr leisten könne.
Mein Fazit
Die Einteilung von Linkaufbaustrategien in dieses Drei-Bucket-System war mir auch noch neu. Ich fand vor allem die Strategie mit den Bildern sehr gut: Bilder für andere zur Verfügung stellen. Hier gibt es Case Studies, die wir vielleicht mal in einer zukünftigen Folge beleuchten. Das Ganze wurde nämlich schon mehrfach erfolgreich auch in Deutschland durchgeführt.
Was die Aussage angeht, dass Agenturen für ihre Kunden keine Links mehr kaufen sollten, weil das ein absolutes No-Go sei: Da kann ich nur sagen, das ist vielleicht völlig an der Realität vorbei. Agenturen, aber auch Kunden sind sich heutzutage des Risikos genauestens bewusst, und ich denke, darauf kommt es wirklich an.
Dennoch sollten wir alle vorsichtig sein bei dem, was wir im Linkaufbau tun. Denn Ross hat vollkommen recht, wenn er sagt, dass unvorteilhaft durchgeführte Linkaufbaustrategien dazu führen können, dass wir alle Rankings und die gesamte Sichtbarkeit bei Google verlieren.
Also Vorsicht, aber trotzdem viel Spaß beim Linkaufbau und viel Erfolg wie immer. Dein Saša.