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Eine Masterclass im Linkaufbau
Dan Shure vom „Experts on the Wire“-Podcast interviewt in Folge 107 Garrett French (Betreiber Citation Labs und ZipSprout), der unter anderem der Co-Autor des Standardwerks zum Linkaufbau im englischsprachigen Bereich ist: Ultimate Guide to Link Building: How to Build Backlinks, Authority and Credibility for Your Website, and Increase Click Traffic and Search Rankings.
Garrett ist seit über 15 Jahren im Linkaufbau tätig. Für mich gehört er neben dem leider verstorbenen Co-Autor Eric Ward zu einem DER Vordenker schlechthin im Linkaufbau. In diesem Interview spricht Garrett über Linkaufbau-Strategien, die im Rahmen seiner organischen Linkaufbau-Agentur Citation Labs mit über 135 Vollzeit-Beschäftigten besonders ergiebig sind. Richtig gehört: Im englischsprachigen Bereich gibt es Agenturen für organischen Linkaufbau mit 135 Vollzeit-Angestellten. So weit sind uns mal wieder die Amis voraus.
Transkript dieser Folge
Automatisch erstellt und leicht bearbeitet. Anmerkungen in Klammern sind Ergänzungen vom 24. Oktober 2026.
Garrett French und sein Volumenansatz
Garrett ist seit über 15 Jahren im Linkaufbau tätig. Für mich gehört er neben dem leider verstorbenen Co-Autor Eric Ward zu den Vordenkern im Linkaufbau. In diesem Interview spricht Garrett über Linkaufbau-Strategien, die im Rahmen seiner organischen Linkaufbau-Agentur Citation Labs besonders ergiebig sind. Die Agentur hat über 135 Vollzeitbeschäftigte.
Richtig gehört: Im englischsprachigen Bereich gibt es Agenturen für organischen Linkaufbau mit 135 Vollzeitangestellten. Und Garretts Agentur gehört noch nicht mal zu den größten. So weit sind uns mal wieder die Amis voraus.
Im Gegensatz zu vielen anderen Agenturen konzentriert sich Garrett auf die 99 % aller Publisher, wie er es nennt. Er versucht also nicht, für seine Kunden Links von der New York Times in dieser Welt zu erhalten. Er verfolgt eher einen Volumenansatz. Er versucht, viele kleinere Links aufzubauen, statt nur eine Handvoll Megalinks.
Die beiden wichtigsten Strategien in der Agentur sind Gastbeiträge und Links von Linkseiten beziehungsweise Ressourcenseiten.
Die größte Herausforderung sieht er heutzutage im operativen Bereich: Seine Kunden haben kaum Interesse daran, über die Links hinaus Beziehungen mit den Publishern aufzubauen. Beim Linkaufbau ergeben sich weitaus mehr Gelegenheiten als nur der Link. Das Interesse der Kunden, Beziehungen aufzubauen, schwindet jedoch mehr und mehr.
ZipSprout: Lokale Events und Spendengelegenheiten
Das neue Angebot ZipSprout ist eine Toolbox für das Auffinden von lokalen Events und Spendengelegenheiten. Es geht darum, Events zu finden, die sich aus Kundensicht auch für die Lead-Generierung eignen. Garrett redet zum Beispiel von Immobilienmaklern, Handwerkern, Rechtsanwälten und so weiter.
Auf lokaler Ebene gäbe es durchaus die Möglichkeit, Links aufzubauen, die das Ranking der eigenen Website verbessern können. Allerdings sind die Gelegenheiten in der Lead-Generierung deutlich interessanter. Garrett redet zum Beispiel davon, dass er seine Kunden in lokale Newsletter von Sportvereinen und ähnlichen lokalen Organisationen bekommen kann. Die Links im lokalen Bereich sind dabei etwas teurer als die Links, die man auf konventionelle Art im Netz kaufen kann.
Lokale Verlinkungsgelegenheiten finden
Wie lassen sich solche Seiten mit lokalen Verlinkungsgelegenheiten finden? Zum Beispiel mit Suchanfragen wie „Sponsorship Levels“, „Sponsor werden“ oder „Vielen Dank an unsere Sponsoren“. Kombiniert mit einer Ortsangabe, einer Postleitzahl oder einem Eventnamen oder -typ findet sich schon eine thematisch passende Seite.
Jetzt bin ich selbst natürlich ein bisschen neugierig geworden und wollte folgende Suchanfrage ausprobieren: „Dank an unsere Sponsoren Koffer“. Damit wollte ich für eine Reisewebsite oder einen Hersteller von Koffern entsprechende Link-Gelegenheiten finden. Unter den ersten Ergebnissen bin ich auch fündig geworden: die Fußball-Damen des FC Steller aus Bewergern. Das liegt etwas nördlich von Emsdetten, dem Sitz von Bloofusion, der Agentur von Markus Hövener. Hey Markus, die solltest du auch mal sponsern, oder? Auf der Seite sind Links zu mehreren Unternehmen zu finden. An dieser Technik ist also tatsächlich was dran.
Garrett sucht so zum Beispiel 20 mögliche Lokal-Events heraus und arbeitet diese dann je nach Kundenspezifikation ab. Die Hauptarbeit besteht darin, all die Event-Veranstalter abzutelefonieren, um mit ihnen eine Platzierung und weitere Details abzusprechen. Auf der Kunden-Website sollte dann idealerweise eine lokal passende Seite angelinkt werden. Links auf Startseiten werden in diesem Segment bevorzugt. Als Linktext empfiehlt Garrett immer das, was diese Anbieter auch sonst verwenden. Alles andere sei zu gefährlich.
Wie Garrett Link-Quellen auswählt
Wie werden die Link-Quellen ausgewählt? Hauptsächlich nach Thema. Das Team stellt sich immer die Frage, ob die Link-Quelle normalerweise über die Themen schreibt, die auf der zu verlinkenden Website behandelt werden.
Als zweites Qualitätsmerkmal fragt das Team: Ist das eine echte Website? Verkaufen sie zum Beispiel Werbung? Das sei nicht gut. Große Publisher verkaufen in der Regel Werbung, um sich zu finanzieren. Kleinere Publisher tun dies jedoch nicht. Sie betreiben ihre Website mit dem Ziel, ihr Angebot bekannter zu machen. Wenn eine kleinere Website Werbung verkauft, kann das darauf hindeuten, dass sie auch Links verkauft. Davon nimmt Garrett Abstand.
Eine Einladung für Gastautoren ist ebenfalls negativ einzustufen. Sidebar-Links mit Ankertext deuten wahrscheinlich auf ein privat betriebenes Blog-Netzwerk hin. Auch schlecht. Es soll schon die Website eines echten Unternehmens oder einer echten Organisation sein.
Als Nächstes prüft das Team, ob der Publisher tatsächlich antwortet und einen kostenlosen Beitrag akzeptiert. Von 100 Leuten verlinken so etwa 30 bis 35 %. Nur das sei wirklich White Hat.
Nischen-Website, Gastbeiträge und redaktionelle Verteidigbarkeit
Garrett beantwortet noch eine Menge weiterer Fragen. Manche Antworten hast du so bestimmt noch nicht gehört oder gelesen.
Würde Garrett eher einen Link von einer großen Publikation haben wollen oder von einer guten Nischen-Website? Am besten beide, sagt er. Aber wenn er sich entscheiden müsste, dann immer von der Nischen-Website. Er sieht hier langfristig die besten Ranking- und Traffic-Potenziale. Bei großen Publishern verschwindet der Link sehr schnell im Archiv und ist dann im Prinzip auch nichts mehr wert.
Haben Links aus Gastbeiträgen immer noch einen Benefit? Absolut. Allerdings versucht sein Team immer, die Bezeichnung „Gastbeitrag“ zu vermeiden. Es gehe immer um eine redaktionelle Erwähnung innerhalb eines Kontextes. Google lebe schließlich von diesen. Das mache Google als Suchmaschine erst wertvoll. Der Link muss immer redaktionell verteidigbar sein, egal ob er auf eine Ressourcenseite oder eine Sales-Page geht.
Die größte Herausforderung bei dieser Form des Linkaufbaus sei immer die Rechtfertigung der Textstelle und des Links. Das ist für das Team immer mit dem höchsten Denkaufwand verbunden. Wenn ein Link zu einer anderen Seite aufgebaut wird, sollte er den Leser auf irgendeine redaktionelle Art und Weise weiterbringen. Er sollte eine Funktion erfüllen, eine wichtige Informationslücke stopfen oder eine Behauptung untermauern. Solange die Funktion der redaktionellen Brücke gewährleistet ist, lässt sich die Existenz eines jeden Links verteidigen. So einfach ist das doch.
Konkurrenzanalyse, Tools und Erfolgsmessung
Wie viele Links braucht es, und mit welcher Geschwindigkeit müssen sie aufgebaut werden, um in einer bestimmten Nische erfolgreich zu ranken? Nach Garretts Aussage kommt es hier maßgeblich auf die Konkurrenzsituation an. Bei der Geschwindigkeit entscheidet oft das Thema beziehungsweise, ob es im B2B oder im B2C liegt.
Welche Faktoren spielen bei der Analyse der Konkurrenzsituation eine Rolle? Garrett schaut sich auch hier alle Faktoren an, entscheidet aber hauptsächlich danach, wie machbar der Linkaufbau in einer Nische tatsächlich ist. Denn all die Tool-Werte spielten überhaupt keine Rolle, wenn es nicht möglich sei, Linkmöglichkeiten in einer gegebenen Nische zu finden.
Ich sage dazu nur ein dreifaches Halleluja. Seit über zehn Jahren nutze ich speziell für das Heraussuchen von Link-Gelegenheiten, also von potenziellen Link-Quellen, keine Tools außer Google selbst. Schließlich gibt es keine Tools, die errechnen, wie wahrscheinlich ein Link von einer Website tatsächlich ist. Gäbe es ein solches Tool, würde ich es vielleicht auch buchen. Zum Schluss musst du aber immer jemanden anschreiben und schauen, ob es klappt.
Dan fragt Garrett, wie er seinen Kunden den Wert beziehungsweise die Wirksamkeit der aufgebauten Links demonstriert. Garrett arbeitet gerade an einem Tool, das versucht, die aufgebauten Links mit zukünftigen Rankings für diese Seiten in Relation zu setzen. Ich bin mal gespannt, was dabei herauskommt. Auf so ein Tool warten Linkaufbau-Agenturen schon seit 20 Jahren. Falls du so ein Tool kennst, dann gib mir gerne Bescheid. Ich weiß von einigen größeren Unternehmen und ein paar Agenturen, dass die sich intern schon so etwas gebastelt haben. Aber etwas öffentlich Zugängliches ist mir noch nicht bekannt.
Was Garrett an Kundenprojekten stört
Was stört Garrett am meisten an Kundenprojekten? Erstens die Fokussierung auf Relevanz, die in den meisten Fällen völlig unangebracht sei und von vornherein verhindert, dass sich Erfolg im Linkaufbau einstellen kann. Ein ehemaliger Kunde verkaufte Reisekoffer. Er wollte nur Links von anderen Kofferseiten und Blogs. Der Auftrag war extrem schnell abgeschlossen, ohne dem Kunden wirklich zu helfen.
In meinen Seminaren und Workshops war genau das immer der Punkt, an dem es die meisten Einwände gab: „Ich kann doch auf meiner Website nichts machen, was themenfremd ist.“ Meine Meinung dazu: Welche Themen ein Unternehmen auf der eigenen Website behandelt, liegt immer noch im Ermessen des Unternehmens. Google schreibt einem hier gar nichts vor. Ganz im Gegenteil, es gibt so viele Aussagen von Google aus den letzten 15 Jahren, die darauf hindeuten, dass Unternehmen durchaus auch mal etwas Themenfremdes auf der eigenen Website machen können. Es ist ganz einfach: Wer sich hier nichts traut, profitiert auch nicht von den Gelegenheiten und muss kurz oder lang dabei zusehen, wie der Konkurrent einen überholt.
Zweitens stört ihn die Fokussierung auf Domain Authority. Viele Kunden haben hier völlig unrealistische Erwartungen. Es sei oft unmöglich, gegenüber großen Publishern mit hohen DA-Werten einen Link zu kleineren Websites zu rechtfertigen. Garrett bestreitet gar nicht, dass Links von Websites mit hoher DA einen höheren Einfluss auf Rankings haben können. Allerdings ist es bei solchen Vorgaben kaum möglich, sich mit einer Linkaufbau-Strategie in einem Segment überhaupt erst einmal zu etablieren. Kunden wollen hier zu früh zu viel. Ja, allerdings.
Diese beiden Restriktionen verhindern anfangs, dass sich der Wert von Linkbuilding-Kampagnen tatsächlich etablieren kann. Im späteren Verlauf eines Projektes ist es durchaus möglich, ein wenig wählerischer zu werden. Jedoch nicht zu Beginn der Linkbuilding-Tätigkeiten.
Mein Fazit: Zurück zu den Basics
Im Interview gibt es noch ein paar nette kleinere Tipps, aber dafür musst du es dir selbst anhören. Wenn Garrett etwas erzählt, dann höre ich zu. So einfach ist das. Garrett denkt für sich selbst und läuft nicht der populistischen Linkbuilding-Horde nach.
Nein, wir müssen nicht immer alle versuchen, von spiegel.de, stern.de und vergleichbaren Publishern Links zu bekommen. Das sind Trophäen-Links. Schön, wenn es funktioniert, aber in den meisten Fällen komplett unrealistisch.
Meiner Meinung nach trauen sich die meisten Kunden einfach nicht, etwas zu veröffentlichen, das einen echten Impact hätte oder wirklich berichtenswert wäre. Deswegen finde ich eine Konzentration auf die Basics so wertvoll.
Ich hoffe, du konntest hier so viel mitnehmen wie ich. Mir hat dieses Interview eine Menge Spaß bereitet. Viel Erfolg!