Content, Links und SEO

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Die 7+1 wichtigsten Qualitätsfaktoren eines Links

· von Saša Ebach · aktualisiert am

Wenn du richtig gute Links aufbauen möchtest, dann achte auf diese Faktoren.

Andy Crestodina von Orbit Media gibt uns einen kurzen, aber wichtigen Überblick über die Faktoren, die bei der Beurteilung von Links eine Rolle spielen. Wer hierzu noch nicht so viel gehört hat, der sollte unbedingt reinhören.

What’s That Link Worth? 7 Factors in Link Equity and the SEO Value of a Link

Zum Schluss gebe ich noch einen Faktor hinzu.

Transkript dieser Folge

Automatisch erstellt und leicht bearbeitet. Anmerkungen in Klammern sind Ergänzungen vom 24. Oktober 2026.

Einführung: Was ist ein Link wert?

Was ist ein Link tatsächlich wert? Sieben Faktoren, die den SEO-Wert eines Links bestimmen. Der Beitrag ist von Andy Crestodina von Orbit Media, vom 21.01.2020, erschienen auf orbitmedia.com.

Kann man die Wertberechnung eines Links tatsächlich auf nur sieben Faktoren reduzieren? Mal sehen.

1. Die Autorität der verlinkenden Website

An erster Stelle platziert Andy die Autorität der verlinkenden Website. Er argumentiert, dass das wahrscheinlich der wichtigste Qualitätsfaktor ist.

Ein bisschen SEO-Geschichte: Er verweist auf den PageRank von Google. Den konnte man damals mit der Google Toolbar, die es ja leider heutzutage nicht mehr gibt, auch überprüfen, beziehungsweise konnte man einen Wert daraus ermitteln. Die Zeit des grünen Balkens.

Heutzutage gibt es diverse Tool-Anbieter, die ihre eigenen Berechnungen anstellen. Darunter zum Beispiel Moz, die eine mit dem PageRank vergleichbare Zahl ausrechnen, die sogenannte Domain Authority, eine Zahl von 1 bis 100. Es gibt aber auch von Semrush den Domain Score, von Alexa die Competitive Power und von Ahrefs das Domain Rating. Andy geht in dem Beitrag gar nicht darauf ein, wie sich so ein Wert überhaupt berechnet. (Anmerkung: Amazon hat den Dienst Alexa.com (Alexa Internet) zum 1. Mai 2022 eingestellt; die Kennzahl Competitive Power gibt es nicht mehr.)

Vielleicht eine kleine Anekdote: Wer sich noch daran erinnern kann, damals hat jeder seine Rechnungen als PDF verschickt. Als das Format noch relativ neu war, hat jeder darauf hingewiesen, dass man zum Betrachten der PDF-Datei den Adobe PDF-Reader kostenlos herunterladen kann. Diese Hinweise mit Link gab es dann zuhauf im Internet. Ähnlich war es beim damaligen Flash Player, erst von Macromedia und später von Adobe. Das hat im Laufe der Zeit dazu geführt, dass diese Seiten tatsächlich einen PageRank von 10 erhalten haben, weil so gut wie jeder darauf verlinkt hat. Diese Seiten und die dazugehörigen Domains haben also eine extrem hohe Autorität aufgebaut.

Es gibt natürlich Tausende oder Hunderttausende solcher Seiten. Nicht alle sind so erfolgreich wie der Adobe PDF-Reader. Aber trotzdem sind Links von solchen Domains mehr wert, weil sie eine höhere Autorität haben. Daher kommt der Begriff. Und Autorität verleiht man sich nicht selbst. Andere müssen sagen: Ich zeige auf dich, ich gebe dir einen Link. Je mehr Leute das machen, desto höher wächst die eigene Autorität.

Zurück zum Artikel. Andy weist darauf hin, dass nicht die Links von allen Websites mit hoher Autorität tatsächlich zählen. Darunter fallen Websites wie YouTube oder Facebook, Presseportale oder Reddit.com, außerdem Subdomains auf WordPress.com. Diese Links zählen nicht, denn Google möchte nur Links zählen, die auf Seiten veröffentlicht werden, hinter denen eine Redaktion steht und auf denen nicht User ihre eigenen Inhalte kreieren können. Das ist in den Social-Media-Portalen und auf YouTube der Fall.

2. Der Link darf nicht Nofollow sein

Der zweite Faktor: Ein Link darf nicht Nofollow sein. Das Nofollow-Attribut wurde von Google damals eingeführt, um Website-Betreibern die Möglichkeit zu geben zu sagen: Dieser Link soll nicht in die Bewertung mit einfließen. Die Idee dahinter war, automatisch zum Beispiel alle Links aus Kommentaren oder Foren, also aus User-Generated-Content, zu entwerten.

Wenn ein Link mit Nofollow klassifiziert wurde, ist er nichts mehr wert. Er kann weiterhin Traffic liefern, wird sich aber wahrscheinlich nicht auf die Rankings auswirken. Auch wenn Google selbst sagt, dass sie es vielleicht nur als Hinweis verstehen wollen und nicht als harte Grenze. Für Google, das muss man verstehen, ist der ausgehende Link ja auch sehr wertvoll, denn sie können ihn verwenden, um Rankings zu berechnen.

Google hat im September 2019 weitere Attribute hinzugefügt. Leute in der Industrie spekulieren, dass Google so besser klassifizieren möchte, welche Links gesponsert, also bezahlt wurden und welche auf User-Generated-Content basieren. Es gibt mittlerweile neben rel="nofollow" auch rel="sponsored" und rel="ugc". Google hat angekündigt, erst am 2. März 2020 damit anzufangen, das alles tatsächlich auszuwerten. Wir werden also erst in der Zukunft sehen, welche Auswirkungen diese Attribute auf das Ranking haben.

3. und 4. Anzahl der ausgehenden Links und die verlinkte Seite

Der dritte Faktor bei der Linkbewertung ist die Anzahl der ausgehenden Links auf der Seite. Es ist klar: Wenn ein Link auf einer Seite steht, die noch 99 weitere Links beherbergt, ist er unter Umständen nicht so viel wert, wie wenn er keine Link-Nachbarn hat.

Den vierten Faktor finde ich interessant. Er betrifft die Seite auf der Website, auf die der Link zeigt. Andy behauptet, dass ein Link auf eine Unterseite wertvoller wäre als einer auf die Homepage, weil die Homepage vermutlich sowieso schon die meisten Links bekommt. Ich finde das ein bisschen komisch formuliert. Am Wert des Links ändert es ja nichts, aber vielleicht am Wert des Links in Bezug auf die Seite und den Begriff, für den diese Seite ranken soll.

Mit anderen Worten: Wenn ich für einen bestimmten Begriff mit einer bestimmten Unterseite ranken möchte, hilft mir ein Link auf die Startseite vielleicht nicht so viel. Dafür kann ein Link auf die Startseite dabei helfen, die Rankings für alle Unterseiten zu heben, also die Gesamtsichtbarkeit. Es ist aber auch so, dass viele Links auf eine spezielle Unterseite, die auch ganz neu sein kann, dabei helfen können, dass die Startseite für ihren Hauptbegriff besser rankt. Das habe ich schon mehrfach erlebt.

5. Der Ankertext

Nummer 5 ist der Ankertext, der Text innerhalb des Links. Wie viel bringt der eigentlich? Andy zitiert hier John Mueller, der dazu mal salopp getweetet hat.

Historisch war es so, und das kommt jetzt von mir, dass die Leute fast ausschließlich Links aufgebaut oder gekauft haben, die genau den Ankertext enthielten, für den sie ranken wollten. Google hat dieses Verhalten, ich will nicht sagen gestraft, aber auf jeden Fall eingeschränkt, um zu verhindern, dass dieser Spam überhandnimmt.

Heutzutage hat sich herauskristallisiert, dass der Anteil solcher Ankertexte bei etwa 2 %, vielleicht 5 % liegen sollte. Das heißt, vielleicht jeder 10., 15. oder 20. Link sollte den Ankertext enthalten, wenn man das denn steuern kann. Im organischen Bereich ist das sehr schwierig. Beim Linkkauf ist es viel einfacher, aber auch hier gilt: aufpassen und es mit dem Ankertext nicht übertreiben.

6. Die Vielfalt der verlinkenden Quellen

Nummer 6 ist die Vielfalt der verlinkenden Quellen, im Englischen Diversity. Andy warnt davor, sich darauf zu konzentrieren, nur Links von einer speziellen Domain aufzubauen, gerade im Zusammenhang mit einer Gastbeitrags- oder Kolumnistenstrategie. Ganz distanzieren möchte er sich davon aber nicht. Es kommt immer darauf an, man muss alle Faktoren gleichzeitig betrachten. Neben diesem Faktor gibt es ja noch die anderen sechs. Sein Argument: Wenn es möglich ist, auf der gleichen Domain noch einen Link zu platzieren, und dieser Link hat einen besseren Ankertext, dann kann es sich wiederum lohnen.

Ich möchte das auf den deutschen Bereich übertragen. Wenn du die Möglichkeit hast, für den Spiegel eine wöchentliche Kolumne zu schreiben, ist das mit enormem Aufwand verbunden. Rein aus SEO-Sicht lohnt es sich vielleicht nicht, nur in diesem einen Portal zu publizieren, auch wenn es das Beste von allen ist.

Ich möchte aber ergänzen: Wenn sich in diesem Portal deine Leserschaft befindet, die nachher zu deinen Kunden wird, dann sollte man die SEO-Denke auch mal zur Seite legen und sich über die gesteigerte Sichtbarkeit freuen. Sie führt unweigerlich dazu, dass man Angebote von anderen Portalen bekommt. So kenne ich das auf jeden Fall: Wenn du einmal großartige Arbeit in einem super Portal ablieferst, kommen in der Regel auch andere Portale auf dich zu.

7. Die Relevanz der verlinkenden Website

Nummer sieben ist die Relevanz der verlinkenden Website. Wenn die verlinkende Website thematisch zu meiner Website passt, sei das besser. Das ist immer hochkontrovers. Ich bin kein Freund davon, denn gemessen an dem, was wir bisher wissen, ist es sehr schwierig, das zu beurteilen. Wann passt eine andere Website tatsächlich zu meinen Inhalten? Und was ist mit Websites wie Newsportalen, die viele verschiedene Themen haben?

Ich bin eher ein Freund davon zu sagen, dass der Link kontextuell stimmen muss. Das bedeutet, die Textpassage, aus der der Link kommt, ist hoffentlich thematisch relevant zu der Seite, auf die verlinkt wird, oder auch zu der Textpassage, denn wir können ja auch einen Anker hinten dranhängen, wohin der Link geht.

Mein Zusatzfaktor: Die Platzierung des Links

Einen Faktor möchte ich noch hinzufügen, den man definitiv nicht weglassen sollte: neben der Anzahl der Links auf einer Seite auch die Platzierung des Links. Ein Beispiel, um das zumindest im Kopf zu visualisieren: Du hast einen Link von einer Seite mit hoher Autorität erhalten, die allgemein super aussieht. Auf der Seite befinden sich insgesamt zehn Links, einer davon geht auf deine Seite. Der Ankertext passt auch, aber dein Link befindet sich im letzten Absatz.

Ich denke, es kommt ein bisschen auf das Thema und vielleicht auch auf das Format an. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, vor allem weil die Patente von Google das immer wieder beschreiben, dass Links, die weiter oben stehen, und vor allem der Link ganz oben, eine stärkere Wirkung entfalten.

Wichtiger, als lang und breit über all diese Faktoren zu reden, ist es aber, damit anzufangen, regelmäßig Links aufzubauen. Ich weiß, dass die Mehrzahl der Zuhörer hier zwar hoch interessiert ist, dies aber noch gar nicht tut. Jedenfalls weißt du jetzt, worauf zu achten ist. Viel Spaß dabei!