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CLS 41

Nach einem Google Core-Update die Rankings wiederherstellen

· von Saša Ebach · aktualisiert am

Sind verlorengegangene Rankings nach einem Core-Update für immer weg?

Lily Ray übertrifft sich mal wieder mit hyperrelevanten Infos und Anweisungen, was zu tun ist, wenn das Core-Update zugeschlagen hat. In zehn kurzen und knappen Tipps erklärt sie, wie dagegen vorzugehen ist. Aber Achtung: Es ist ein langwieriger Prozess.

10 Tips for Recovering from Google Core Algorithm Updates

Hier ein paar Links aus der Folge, die ich rausgesucht habe:

Die Ad & Sponsorship Policy von Healthline

What’s the truth about chiropractors?

Dieser Beitrag ist wirklich spitze! Also bitte auf keinen Fall verpassen 🙂

Transkript dieser Folge

Automatisch erstellt und leicht bearbeitet. Anmerkungen in Klammern sind Ergänzungen vom 24. Oktober 2026.

Einstieg: Lily Ray und die Core-Updates

Zehn Tipps, wie du aus dem Google-Core-Update wieder herauskommst. Der Beitrag ist von Lily Ray vom 13. November 2019 auf dem Blog von pathinteractive.com. (Anmerkung: Path Interactive heißt heute Amsive; der Artikel liegt jetzt unter amsive.com.)

Lily Ray is on fire, könnte man sagen. Die gute Frau hat in den letzten Wochen ein paar richtig bombastische Artikel rausgebracht. (Anmerkung: Lily Ray ist heute VP SEO & AI Search bei Amsive (vormals Path Interactive) und hat zusätzlich die Beratung Algorythmic gegründet.)

Allgemein gilt, und das sagt auch Google, dass man sich aus einem Core-Update nicht einfach so befreien kann. Ein Core-Update hat die Stellschrauben an vielen verschiedenen Ecken und Enden gedreht. Dabei haben die Core-Updates nicht etwa eine bestimmte Branche oder ein bestimmtes Thema im Visier. Sie versuchen ganz allgemein, die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern.

In der Branche herrscht also, seitdem es mit den Core-Updates losgegangen ist, ein bisschen Ratlosigkeit. Kann man irgendwas unternehmen, um aus dem Core-Update-Loch wieder herauszukommen? Laut Lily kann man.

Die Vermutung liegt nahe, dass die Core-Updates mit E-A-T zusammenhängen, also Expertise, Autorität und Vertrauen (Trust). Dazu haben wir in der Vergangenheit schon einige Folgen gemacht. Wenn du dazu noch nichts gehört haben solltest, geh zurück ins Archiv und hör dir ein paar Folgen an. Es ist extrem wichtig. Ich werde an dieser Stelle nicht noch einmal erklären, wofür diese drei Begriffe genau stehen.

Tipps 1 bis 4: Expertise, Werbung, Vertrauen und Anzeigenrichtlinien

Der erste Punkt von Lily ist „Leverage Real Expertise“. Die Betonung liegt auf „real“: Verwende reale Expertise. Was bedeutet das in der Praxis? Wenn ein Artikel tatsächlich von E-A-T betroffen ist, das heißt, wenn es sich um eine Your-Money-or-Your-Life-Seite handelt, sollte die Seite für jeden Autor einen entsprechenden Werdegang darlegen. Gemeint ist eine Bio, also so etwas wie ein Lebenslauf, vielleicht nicht ganz so formell. Es ist ein Text, den der Leser deutlich angezeigt bekommt und in dem er selbst herausfinden kann, was für eine Person den Text geschrieben hat.

Lily hat in der Vergangenheit Daten erhoben, um herauszufinden, was die Gewinnerportale gemacht haben, um nach dem Core-Update gut dazustehen. In den meisten Fällen haben diese Websites für ihre Beiträge Experten als Reviewer eingesetzt, die den Wahrheitsgehalt und vielleicht auch die Relevanz des Textes überprüfen. Darunter waren Doktoren, Psychologen, aber auch zum Beispiel Pflegepersonal mit Praxiserfahrung.

Der zweite Punkt: aggressive Werbeanzeigen minimieren, also so wenig wie möglich davon verwenden. Seiten mit zu vielen Werbeanzeigen above the fold werden von Google seit dem Page-Layout-Update 2012 unter Umständen zurückgestuft.

Nummer drei: Implementiere Signale des Vertrauens. Eins von Lilys Beispielen ist whattoexpect.com, eine Website rund um das Thema Schwangerschaft. Sie listet verschiedene Awards auf, die sie in den letzten Jahren bekommen hat. Da gibt es zum Beispiel den Webby Award 2019 in der Kategorie „Apps, Website & Voice“ für den Geburtsdatum-Kalkulator. Weitere Awards gab es zum Beispiel für den „Bump Day“, der sich auf den Bump bezieht, also den dicken Bauch einer schwangeren Frau, und einen für „Best Use in Technology“. Laut Lily zeigt das Anzeigen der Awards den Besuchern, dass die Organisation hinter der Website aktiv in Qualität investiert.

Auch die Art und Weise, wie Werbeanzeigen angezeigt werden und welche Werbepartner ausgewählt werden, spielt eine Rolle. Deswegen Punkt vier: Verwende Publikationsrichtlinien für das Veröffentlichen von Anzeigen. Auf der Gesundheitswebsite Healthline gibt es einen Bereich namens „Ad & Sponsorship Policy“. Darin steht in sechs Punkten: Erstens wählt der Anbieter alle Anzeigen selbst aus, sie werden also nicht automatisch ausgeliefert. Zweitens stellt er sich nicht hinter ein spezielles Produkt. Drittens akzeptiert das Portal bestimmte Typen von Anzeigen überhaupt nicht. Viertens unterscheidet es klar zwischen einer Anzeige und einem normalen Content-Beitrag. Fünftens unterscheidet es klar zwischen gesponserten und nicht gesponserten Inhalten. Und sechstens wird klar darauf hingewiesen, wenn das Portal eine Kooperation mit einer Marke macht.

Tipp 5: Die Content-Qualität verbessern

Der nächste große Punkt, Nummer fünf: „Improve Content Quality“. Verbessere die Qualität des Inhalts. Inhalte sollten gründlich recherchiert sein und nicht meinungsbasiert für oder wider etwas, im Englischen steht hier „unbiased“. Beiträge sollen gut lektoriert sein, ohne Rechtschreibfehler und so weiter. Außerdem sollten sie andere vertrauenswürdige Publikationen zitieren.

Lily schlägt noch vor, und ich bin mir nicht sicher, inwiefern das Wunschdenken ist, dass die ausgehenden Links Follow sein sollen, also nicht NoFollow. Mit einem Follow-Link würde man Google signalisieren, dass es eine Verbindung zwischen dem Linkgeber, der man ja selbst ist, und dem verlinkten Portal gibt, und dass Google diese Verbindung erkennen soll.

Es gibt einen interessanten Screenshot von einem Beitrag aus der Publikation Medical News Today, den Lily beschriftet hat. Darauf ist markiert, was wo steht. Zum Beispiel, dass der Beitrag eine gute Struktur und optimierte Überschriften hat. Der Reading-Level liegt bei 9,6. Er ist gründlich recherchiert und enthält Zitationen, also Verweise auf andere vertrauenswürdige Publikationen und Quellen. Der Beitrag ist tiefgehend und hat keine störenden Werbeanzeigen. Wenn es Werbeanzeigen gibt, sind sie klar markiert. Der Beitrag zeigt beide Seiten einer Story, alle Aussagen werden mit Beweisen untermauert, Bilder enthalten Bildunterschriften, und die Seite enthält Links zu verwandten Artikeln.

Das ist wirklich ein sehr schönes Beispiel, und ich empfehle dir, es dir anzuschauen. Es ist wie ein Blueprint, eine Vorlage dafür, wie dein Artikel aussehen muss, damit er die Kriterien an die Content-Qualität erfüllt. Wenn ich sage „Screenshot anschauen“, meine ich natürlich, den Artikel dahinter rauszusuchen. Ich suche den Link raus und poste ihn in den Shownotes.

Tipp 6: Wissenschaftlicher und medizinischer Konsens

Der nächste Punkt ist wirklich gut, Nummer sechs: Überprüfe, wie akkurat der Content in Bezug auf den medizinischen oder wissenschaftlichen Konsens ist.

Lily weist darauf hin, dass der Begriff „Konsens“ 20 Mal in den Search Quality Rater Guidelines von Google vorkommt. In diesem Dokument wird den Quality Ratern klar vorgeschrieben, dass sie Content, der gegen diesen wissenschaftlichen Konsens verstößt und etwas anderes behauptet, mit „Fails to Meet“ markieren sollen, dem niedrigstmöglichen Rating.

Lily belegt das mit ein paar Beispielen. Es gab Websites, die für diverse Begriffe Sichtbarkeit verloren haben, zum Beispiel minus 94 Prozent, minus 91 Prozent, minus 98 Prozent und so weiter. Darunter waren Begriffe wie Herpes-Heilung, Testosteron-Level steigern, Kristallbehandlung, Erinnerungsvermögen verbessern, Vorteile von Zimt, Vorteile einer kolonischen Behandlung und Risikofaktoren Krebs. Sie hat sich die Seiten, die für diese Begriffe in der Vergangenheit gerankt, die Rankings aber verloren haben, genauer angeschaut und herausgefunden, dass die Aussagen auf diesen Seiten gegen den wissenschaftlichen Konsens waren.

Tipp 7: Keine stark verkäuferische Sprache

Nummer sieben: Vermeide stark verkäuferische Sprache. Hach, diese Formulierung finde ich super. Gemeint ist: Vermische auf Your-Money-or-Your-Life-Seiten, die eigentlich Ratschläge oder Informationen vermitteln sollen, nicht informationale mit transaktionaler Sprache.

Lily bringt das Beispiel Rosazea. Den Begriff hatte ich vorher noch nie gehört, habe ihn aber direkt recherchiert. Dabei neigt das Gesicht dazu, sehr, sehr rot zu werden, und ich meine wirklich knallrot, wie nach einem fetten Sonnenbrand, vielleicht auch nur als Streifen über das Gesicht. Es geht also nicht um jemanden, der relativ leicht rot wird. Das sieht wirklich aus wie eine Hautkrankheit.

Wenn wir eine Seite zu diesem Begriff haben, dann sollte diese Seite nicht versuchen, das Buch des Autors zu verkaufen, in dem er beschreibt, welche Behandlungsmethoden es gibt. Ich würde noch ergänzen: Es ist völlig okay, ein Buch zu einem Thema zu schreiben und zu verkaufen. Das sollte aber idealerweise nicht für das Symptom selbst ranken, sondern zum Beispiel für Begriffe wie „Rosazea Buch“ oder „Rosazea Behandlungsmethoden Buch“.

Diese Vermischung von transaktionalen und informationalen Inhalten führt dazu, dass die Leser das Vertrauen in die Inhalte und in die Anbieter dahinter verlieren. Bei Lilys Untersuchungen hatten verlierende Websites sogar in 433 Prozent mehr Fällen solche Calls-to-Action auf Seiten, die eigentlich medizinische Inhalte zum Gegenstand hatten.

Tipps 8 bis 10: Technik, schwache Seiten und Suchintention

Nummer acht: Auch technische Schwierigkeiten müssen beseitigt werden. Vielleicht ist die Crawlrate oder die Indexierungsrate ein Problem, das kannst du in der Google Search Console herausfinden. Die Ladegeschwindigkeit der Website beziehungsweise der einzelnen Seiten spielt natürlich auch eine große Rolle. Vielleicht gibt es Fehler bei AMP-Seiten, oder die Paginierung ist kaputt. Und du solltest in der Search Console immer nachsehen, ob es Meldungen gibt, die auf Fehler hinweisen.

Nummer neun: Falls es auf der Website noch Seiten mit geringerer Content-Qualität gibt, gehören diese entfernt oder auf NoIndex gesetzt.

Und Nummer zehn: Auch ein Abgleich der Suchintention, vor allem im Bereich Local, könnte für die Abwertung verantwortlich sein. Es könnte sein, dass ein Begriff vorher eher generisch war und mittlerweile eher als lokaler Suchbegriff angesehen wird. Lily bringt hier das Beispiel Matratzen.

Es gibt außerdem ein Slide-Deck von Lily, denn diese Inhalte sind von der SMX. Den Link dazu findest du in den Shownotes oder unten im Beitrag.

Mein Fazit: Content mit echten Experten

Die ersten sieben Punkte finde ich richtig gut. Dass man danach auch die Technik im Griff haben sollte, ist im Prinzip ganz normale SEO-Arbeit.

Man muss dazu sagen, dass es für Websites schwierig ist, die in der Vergangenheit in Inhalte investiert haben, die nicht unbedingt von Experten stammen. Wir haben selbst genug Inhalte für Kunden produziert, sei es zu Finanzthemen oder zu anderen Themen. In der Vergangenheit haben die Autoren eher als Ghostwriter fungiert, und der Kunde hat seinen eigenen Namen unter den Artikel gesetzt. Das ist natürlich kein Problem, wenn der Kunde auch ein Experte auf dem Gebiet ist oder werden will.

Die Methode, Content zu produzieren und an unsere Kunden auszuliefern, hat meiner Meinung nach immer noch Bestand und ist weiterhin empfehlenswert. Allerdings ist ein zusätzlicher Schritt notwendig: Ein ausgewiesener Experte, und die Ausweisung muss natürlich auf der Website selbst erfolgen, gibt seinen Seal of Approval, sein Gütesiegel. Er steht also mit seinem Namen für den Inhalt gerade.

Ansonsten habe ich hier gar nichts großartig hinzuzufügen, denn das hat alles Hand und Fuß. Es geht nur um die Art und Weise, wie die Inhalte für die Website produziert und veröffentlicht werden. Jede halbwegs seriöse Publikation hat auch in der Vergangenheit genau so gearbeitet. SEOs oder Affiliates, die meinen, sie könnten jetzt mit lieblos hingeklatschten Texten im medizinischen Bereich ein neues Portal hochziehen, wie das in der Vergangenheit vielleicht tatsächlich möglich war, müssen ihre Denkweise ändern. Und ich denke, das ist auch gut so.

Wir als Agentur haben in den letzten fünf Jahren oder so viele, viele Texte im Bereich Finanzen geschrieben, kennen uns da wirklich gut aus und arbeiten auch mit richtigen Experten zusammen. Wenn das etwas für dich und dein Projekt sein sollte, kannst du dich gerne bei mir melden.