Content, Links und SEO

Ein Podcast für Content-Marketing, Linkaufbau und Suchmaschinenoptimierung – auch im Zeitalter der KI

CLS 6

Ohne Links geht gar nichts! [Case-Study]

· von Saša Ebach · aktualisiert am

Eine wundervolle Case-Study zum Linkaufbau. Geht es eigentlich, mit einer nagelneuen Website ganz ohne Links zu ranken, wenn nur Content veröffentlicht wird? Hör rein in den Podcast und schaue dir passend dazu alles im Originalartikel an:

You’re Doomed Without Links [2019 Case Study]

Transkript dieser Folge

Automatisch erstellt und leicht bearbeitet. Anmerkungen in Klammern sind Ergänzungen vom 24. Oktober 2026.

Die Case-Study: Ohne Links geht gar nichts

„Ohne Links geht gar nichts“ – so lautet der Titel einer Case-Study der Agentur The Upper Ranks. Die Agentur hat sich eine sehr coole Case-Study ausgedacht und die Ergebnisse am 14.05.2019 veröffentlicht.

Sie hat sich gefragt, wie wichtig Links heutzutage sind, um bei Google mehr Sichtbarkeit zu bekommen. Muss man überhaupt Links aufbauen, oder reicht es, Content zu erstellen und zu veröffentlichen?

David beschreibt, wie bestimmte Taktiken in der Vergangenheit sehr gut funktionierten. Dazu gehören zum Beispiel Doorway-Pages oder das massenweise Veröffentlichen in Artikelverzeichnissen, nur um Links zu erhalten. Und zwar ohne Rücksicht auf die Qualität. Diese Taktiken funktionieren heutzutage nicht mehr so gut oder führen in die Abstrafung.

Eine Sache hat sich laut David aber seit 1998 nicht geändert, als Google das Licht der Welt erblickte: der Wert von relevanten, hochqualitativen Links. David hat den positiven Einfluss von Links in den letzten zehn Jahren hunderte Male selbst erlebt. Trotzdem wollte er noch einmal für sich selbst unter Beweis stellen, dass Links tatsächlich wirken, das Google-Ranking also positiv beeinflussen.

Der Aufbau: Ein Jahr Content, dann Linkaufbau

Zusammengefasst haben sie eine Website erstellt und mit Content gefüllt. Dann haben sie ein ganzes Jahr gewartet, bevor sie angefangen haben, Links aufzubauen. Insgesamt haben sie 26 Content-Beiträge erstellt.

Leider verrät uns David nicht, um welche Domain es sich handelt. Wir wissen nur, dass sie im Gesundheits- beziehungsweise im medizinischen Bereich liegt. Meiner Meinung nach ist das Thema besonders gut gewählt. Wir wissen ja, dass Google bei solchen Websites besonders darauf achtet, dass bestimmte Qualitätskriterien eingehalten werden.

Websites im Bereich Gesundheit fallen unter Your Money or Your Life, in diesem Fall eher unter Your Life. Informationen im Gesundheitsbereich können nämlich potenziell dazu führen, dass jemand weiter erkrankt oder sich zu spät behandeln lässt. Hier kann es jedenfalls um Leben und Tod gehen. Mehr dazu in einer zukünftigen Folge.

Nach zwölf Monaten reinem Abwarten hat sich bestätigt, was David vermutete: Der Traffic auf der Website blieb bei mehr oder weniger null Besuchern.

Linkable Assets und Outreach

Dann hat Davids Team tatsächlich angefangen, für diese Website Links aufzubauen. Das Team hat sich den Inhalt und die Besonderheiten jedes einzelnen Beitrags genau angeschaut. Die Fragen dabei: Was macht diesen Beitrag so interessant, und wer könnte sich für genau das interessieren, was hier steht?

Irgendwie hat es David aber nicht vom Hocker gehauen, was die einzelnen Beiträge zu bieten hatten. Deshalb hat er entschieden, zusätzlich verlinkungswürdige Inhalte zu erstellen, sogenannte Linkable Assets. Das sind Content-Beiträge, die speziell für die Verlinkung erstellt werden. Sie sind in der Regel so besonders, so gut, so umfangreich und so speziell, dass fremde Leute auf anderen Websites potenziell sehr gerne darauf verlinken.

David schreibt, solche Ressourcen zu erstellen sei weder einfach noch günstig. Wenn sie aber einmal erstellt sind, verhält es sich damit wie mit Aktien, die Dividenden ausschütten.

Nachdem die Ressourcen fertig waren, konnte das Team mit dem Outreach beginnen. Insgesamt hat es 1000 E-Mails versendet und dafür 103 Links erhalten. Eine Konversionsrate von 10 % ist das, was ich persönlich in den letzten zehn Jahren beim Linkbaiting selbst beobachten konnte. Und genau das ist ja die Strategie, die hier umgesetzt wurde.

Die Qualität der Links

96 dieser Links kamen von Websites, die selbst einen Fokus auf Informationen haben. Das durchschnittliche Domain-Rating, und das muss hier der Wert von ahrefs.com sein, lag bei 38. 27 Links hatten ein Domain-Rating von 50+. Dazu kamen 5 Links von Regierungs-Websites, also .govs, und 3 Links von EDUs, das heißt von Websites von Universitäten. 34 Links kamen von Non-Profits, also gemeinnützigen Vereinen.

David schreibt auch etwas über die Qualität der aufgebauten Links. Besonders stolz sei er darauf, dass sie viele Links von Websites erhalten haben, die selbst nicht auf viele andere Websites verlinken. Diese Links bezeichnet David als einzigartig, und sie sollen außerdem besonders wirksam sein.

Die Ergebnisse

David belegt den Erfolg mit diversen Screenshots aus Datentools, zum Beispiel aus Google Analytics. Darauf lässt sich klar erkennen, dass der Traffic bis etwa November, Dezember 2018 vor sich hin dümpelt und sich dann stark nach oben entwickelt.

Im Mai 2019 hat die Website etwa 10.000 Besucher täglich, und zwar über 9.631 unterschiedliche Keywords. Von diesen knapp 10.000 Keywords ranken etwas mehr als 2.000 auf der ersten Seite bei Google, 1.199 davon in den Top 5. Bevor der Linkaufbau begann, hatte die Website genau null Rankings auf der ersten Seite.

David sagt in seinem Fazit, ohne Outreach und Linkaufbau könne man solche Ziele niemals erreichen. Einfach nur gute Inhalte zu veröffentlichen, so wie Google das immer möchte, funktioniere nicht.

Meine Einschätzung zur Case-Study

Ach, ich liebe solche Case-Studies. Ich arbeite ja selbst schon so lange in diesem Feld. Und ich weiß, dass es egal ist, wie viele Case-Studies man bringt: Es gibt immer noch die Zweifler da draußen, die noch nie wirklich Linkaufbau versucht haben und auch noch nie gesehen haben, wie sich dadurch die Rankings verbessern können.

Erst einmal zu dieser Case-Study: Wir müssen David natürlich glauben, dass er das tatsächlich gemacht hat. Er könnte sich die Story auch frei ausgedacht haben. Ein paar Screenshots aus irgendeinem Google Analytics kann man sich immer irgendwie bauen oder besorgen. Das ist kein Problem. Die Qualität der Case-Study ließe sich bestimmt noch verbessern, wenn ein oder zwei unabhängige Kollegen noch einmal darüberschauen und ein Statement abgeben, ob alles sauber aufgebaut war.

Das Problem bei einer so wertvollen Property ist natürlich, dass die Agentur sie nicht verlieren möchte. Die Arbeit und das Geld, die hier hineingesteckt wurden, kann man sich ja wieder zurückholen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass sie die Geheimnistuerei sein lassen, das Ganze publik machen und die Website von mir aus in ein, zwei Monaten vom Netz nehmen.

Genial wäre nämlich, dass sie auch alle Anfragen, die sie rausgeschickt haben, veröffentlichen könnten, natürlich anonymisiert. Und auch jeden einzelnen Link, den sie erhalten haben, könnten sie dokumentieren. Ich glaube, diese Case-Study ist für die Agentur deutlich wertvoller, als auf dieser Website weiter herumzusitzen oder sie weiter auszubauen.

Grenzen der Studie

Zusätzlich muss man hinzufügen, dass es sich nur um eine Art Korrelationsanalyse handelt, und das mit nur einer einzelnen Website. Was wäre gewesen, hätte die Agentur noch ein weiteres Jahr gewartet? Hätte die Website vielleicht von alleine die gleichen Performance-Zahlen erreichen können? Wir werden es nie erfahren.

Im Prinzip müsste man einen Test aufsetzen und genau das, was diese Agentur gemacht hat, für drei oder zehn Websites durchführen. Das wäre natürlich sehr teuer. Ich habe das grob hochgerechnet und würde sagen, dass eine solche Test-Website, wenn sie richtig gemacht wird, locker zwischen 50.000 und 150.000 Euro pro Website kosten würde.

Ich bin dabei von 50 sehr hochwertigen SEO-Artikeln ausgegangen, also wirklich Fachbeiträgen, die es in sich haben und die nicht für die Verlinkung gedacht sind, aber immerhin. Dazu kommen fünf Linkbait-Kampagnen über einen Zeitraum von etwa zwölf Monaten, sodass man auf ungefähr 1.000 Kontakte käme.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ja, das habe ich ähnlich auch schon gesehen. Ich habe aber auch das Gegenteil erlebt. Das war eine Website, die im Zeitraum von ungefähr einem Jahr eine vergleichbare Anzahl von Artikeln und Links aufgebaut hat. Bei ihr hat sich die Sichtbarkeit überhaupt nicht entwickelt, auch nicht nach zwei weiteren Jahren. Das ist ganz schön bitter, aber es entspricht eben auch der Realität. Und wenn eine Agentur so eine Case-Study aufbaut und sie nicht funktioniert, wird sie natürlich auch nicht veröffentlicht.

Mein Fazit

Ich möchte mit Folgendem abschließen: Meine Einschätzung ist, dass du in umkämpften Bereichen heutzutage zumindest mittel- und langfristig keine Chance mehr hast, wenn du nicht bereit bist, in den Linkaufbau zu investieren.

Wenn du einfach nur eine Website aufsetzt und sie regelmäßig mit Content ausstattest, aber niemand darauf verlinkt, dann wird diese Website garantiert nicht zehn Jahre lang oben mitspielen. Auch wenn sie kurzfristig mal gute Rankings erzielt.

Viel Erfolg beim Linkaufbau!